Durch die Breite des Laserstrahls wird Material (Schnittfuge) entfernt, wodurch die Teile etwas kleiner als geplant werden. Der Schnittfugenausgleich sorgt für präzise Maße und perfekte Passungen.
Bei der Schnittfuge handelt es sich um Material, das durch einen Laserstrahl entfernt wird – die Breite des Schnitts selbst. Typische CO2-Laser-Schnittfuge: 0.15-0.3mm, abhängig von Material, Leistung und Fokus. Beim quadratischen Zuschnitt von 100mm misst das letzte Stück 99,7-99.85mm, da durch die Schnittfuge auf allen Seiten Material entfernt wurde. Bei Präzisionsteilen kommt es auf den Unterschied an.
Die Schnittfuge variiert je nach Material: Hartholz breitere Schnittfuge als Weichholz (Dichte), dickes Material breiter als dünnes (Strahl divergiert durch die Dicke), Acryl schmalere Schnittfuge als Holz (saubererer Schnitt). Dokumentieren Sie die Schnittfuge für jede Material-/Dickenkombination. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass dieselben Einstellungen bei allen Materialien dieselbe Schnittfuge erzeugen.
Innen- und Außenschnitte wirken sich unterschiedlich aus: Durch das Schneiden innerhalb des Lochs wird das Loch um die Schnittfugenbreite vergrößert (Material wird von innen entfernt). Durch das Schneiden des Außenprofils wird das Teil um die Schnittfugenbreite kleiner (Material wird von außen entfernt). Ein einzelnes Design mit beiden Funktionen erfordert unterschiedliche Kompensationsstrategien.
Prinzip der halben Schnittfuge: Die Schnittlinie folgt der Strahlmitte. Material wird auf beiden Seiten der Linie gleichmäßig abgetragen. Um die Abmessungen beizubehalten, versetzen Sie den Schnittpfad bei Außenprofilen um die halbe Schnittfugenbreite nach außen und bei Innenlöchern um die halbe Schnittfuge nach innen. Dadurch bleiben die Designabmessungen im Endteil erhalten.
Testschnittmethode: Quadrat mit bekannter Abmessung schneiden (100mm × 100mm). Messen Sie das fertige Stück mit digitalen Messschiebern. Der Unterschied besteht im Gesamtverlust der Schnittfuge. Durch 4 dividieren (vier Seiten) = Schnittfuge pro Kante. Beispiel: entworfen 100mm, gemessen 99.8mm. Verlust 0.2mm insgesamt, 0.05mm pro Kante. Halbe Schnittfuge = 0.025mm-Versatz erforderlich.
Direkte Messung: Gerade schneiden, Spaltbreite mit Messschieber oder optischem Messrohr messen. Ergibt direkt eine Schnittfuge, erfordert jedoch Präzisionsmesswerkzeuge (Spalt nur 0.15-0.3mm breit). Die Testschnittmethode ist für die meisten Geschäfte praktischer.
Mehrere Materialtests: Erstellen Sie eine Testmatrix – schneiden Sie identische Formen aus jeder von Ihnen verwendeten Material-/Dickenkombination. Beschriften und lagern Sie Proben. Messen und dokumentieren Sie jeweils die Schnittfuge. Erstellen Sie eine Referenzbibliothek und vermeiden Sie Rätselraten. Aktualisieren Sie, wenn Sie Lasereinstellungen ändern, Linsen/Spiegel austauschen oder Materiallieferanten wechseln.
Die Fokushöhe beeinflusst die Schnittfuge: Unscharfer Strahl breiter. Sorgen Sie für eine konsistente Fokussierung für eine vorhersehbare Schnittfuge. Eine Änderung des Fokus verändert die Schnittfuge – Teile passen nicht. Behalten Sie die Fokuskalibrierung bei und dokumentieren Sie den Fokusabstand, der für Schnittfugentests verwendet wird.
Versetzen Sie in der CAD-/Konstruktionssoftware die Schnittpfade um den Betrag der halben Schnittfuge. Außenprofile: nach außen versetzt (erweitern). Innenlöcher: nach innen versetzt (schrumpfen). Die meisten Vektorprogramme verfügen über die Funktion „Offset“ oder „Anfang/Einschub“. Vor dem Export in eine Lasersoftware anwenden. Zeitaufwändig für komplexe Designs, aber maximale Kontrolle.
Viele Lasersteuerungsprogramme verfügen über eine integrierte Schnittfugenkompensation. Geben Sie den Wert für die halbe Schnittfuge ein. Die Software gleicht automatisch alle Schnittpfade aus. Vorteil: Passen Sie die Kompensation an, ohne die Designdatei erneut zu verarbeiten. Nachteil: Wendet den gleichen Versatz auf alle Pfade an – möglicherweise ist für unterschiedliche Features eine unterschiedliche Kompensation erforderlich.
Passen Sie bei einfachen Teilen die Designabmessungen anhand der vollständigen Schnittfuge an. Beispiel: Benötigen Sie ein fertiges Teil 100mm, zeichnen Sie 100.2mm (hinzufügen von Schnittfugenverlusten). Funktioniert für Grundformen, aber komplexe Teile mit internen und externen Merkmalen erfordern einen ordnungsgemäßen Versatz – bei dieser Methode wird die Richtung nicht unterschieden.
Testverbindungen schneiden – einfache Laschen/Schlitze oder ineinandergreifende männliche/weibliche Teile. Passgenauigkeit messen. Zu locker: Entschädigung reduzieren. Zu knapp: Vergütung erhöhen. Ideal: Presspassung, die leichten Handdruck erfordert. Passen Sie die Werte in 0.025mm-Schritten an. Dokumentieren Sie den endgültigen Arbeitsversatz für zukünftige Projekte.
Ineinandergreifende Baugruppen: Puzzles, Möbelverbindungen, Architekturmodelle, Gehäuse mit Laschen. Ohne Ausgleich sind die weiblichen Schlitze zu eng (entworfen für die Abmessungen des männlichen Teils, aber durch die Schnittfuge wurde Material vom männlichen Teil entfernt). Mit Ausgleich, männliche Teile leicht überdimensioniert, weibliche Schlitze leicht unterdimensioniert – Teile passen perfekt.
Befestigungslöcher: Leiterplattenmontage, Halterungen, Schablonenführungen. Der Lochdurchmesser ist entscheidend für die Passung von Bolzen/Stift. Ohne Ausgleich sind die Löcher zu groß (Schnittfuge erweitert das Loch). Durch den Versatz nach innen wird das Loch auf den richtigen Durchmesser verkleinert. Besonders wichtig für eingepresste Lager, Buchsen oder Präzisionsausrichtungselemente.
Schichtenstapeldesigns: Mehrere identische Teile werden gestapelt, um ein 3D-Objekt zu erstellen. Eine nicht übereinstimmende Schnittfuge führt dazu, dass die Schichten nicht ausgerichtet werden – der Stapel neigt sich oder wackelt. Die gleichmäßige Schnittfugenkompensation stellt sicher, dass alle Schichten die gleiche Größe haben und der Stapel perfekt ausgerichtet ist. Entscheidend für Architekturmodelle, Geländekarten und dekorative Kästen.
Nicht immer nötig: Dekorationsartikel ohne Passformanforderungen benötigen keinen Ausgleich. Schilder, Kunstwerke und eigenständige Objekte benötigen selten eine Präzision über ±0.5mm. Sparen Sie Zeit, indem Sie auf die Vergütung für unkritische Arbeiten verzichten. Konzentrieren Sie sich bei der Kompensation auf Funktionsteile, die eine präzise Passung erfordern.
Hängt vom Funktionstyp ab. Außenprofile (Teileumriss, männliche Anschlüsse): nach außen versetzt – vergrößert das Design, um das von außen entfernte Material zu berücksichtigen. Interne Merkmale (Löcher, Schlitze, weibliche Anschlüsse): nach innen versetzt – verkleinert das Design, um dem von innen entfernten Material Rechnung zu tragen und das Merkmal zu erweitern. Denken Sie daran: Der Laser folgt der Bahnmitte und entfernt Material auf beiden Seiten. Versetzen Sie den Versatz immer in eine Richtung, die Ihre beabsichtigte Abmessung im fertigen Teil beibehält.
Die Schnittfuge unterscheidet sich je nach Material. Dichtes Hartholz mit breiterer Schnittfuge als Weichholz. Acryl schmalere Schnittfuge als Holz. Für jedes Material/jede Dicke ist eine separate Messung der Schnittfuge und ein separater Kompensationswert erforderlich. Der gleiche Versatz kann nicht für alle Materialien verwendet werden. Lösung: Schnittfuge für jedes Material testen, Werte dokumentieren, materialspezifische Kompensation anwenden. Einige Lasersoftware ermöglicht das Speichern von Materialprofilen mit Schnittfugenwerten – Material auswählen, Kompensation wird automatisch angewendet.
Nicht ganz. Die Breite des Laserstrahls im Fokus beträgt typischerweise 0,1-0.2mm, aber die Schnittfuge (Schnittbreite) ist oft breiter: 0.15-0.3mm. Zusätzliche Breite durch: Brennen des Materials über den Strahlpunkt hinaus (Verkohlungszone), Schmelzen/Verdampfen des Materials etwas außerhalb der direkten Strahleinwirkung, Strahldivergenz durch die Materialdicke. Die Schnittfuge muss empirisch gemessen werden und kann nicht allein anhand der Strahlspezifikationen berechnet werden. Für eine genaue Kompensation messen Sie immer die tatsächliche Schnittbreite.
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